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Diese 6 Versicherungen für Selbständige brauchst du unbedingt!

Finanzen
21 Minuten

Welche Versicherungen für Selbstständige notwendig sind, hängt im Einzelfall von Art und Umfang der individuellen beruflichen Tätigkeit ab. Bestimmte Freelancer Versicherungen sind erforderlich, um sich vor Risiken und Haftungsansprüchen zu schützen. Neben der Absicherung von Risiken in den Bereichen „Krankheit“ und „Altersvorsorge“, sind andere Versicherungen als Selbständiger aufgrund von Vertragsvereinbarungen mit Auftraggebern unverzichtbar. Wir klären auf, welche 6 Versicherungen für Selbstständige wirklich wichtig sind und wie du dich selbstständig richtig versichern kannst!

Arzt mit Stethoskop sitzt an Tisch und lächelt
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Welche Versicherungen für Selbständige wirklich wichtig sind: Ein Überblick

Als Selbständiger genießt du viele Freiheiten und Flexibilität in deinem Berufsleben. Doch mit dieser Unabhängigkeit kommen auch einige Herausforderungen, insbesondere wenn es um deine Absicherung geht. Die richtigen Freelancer Versicherungen zu finden, kann kompliziert und zeitaufwendig sein. Je nachdem, in welcher Branche du tätig bist und ob du z. B. als freiberuflicher Student startest, ändert das auch die Art, den Umfang sowie die Notwendigkeit der Versicherung als Freiberufler.

Hier ist die Übersicht, welche Versicherungen du als Selbstständiger kennen solltest:

Art der VersicherungSchutz beiNotwendigkeit
Krankenversicherung + PflegeversicherungDeckt Arzt-, Medikamenten- und Krankenhauskosten. Gesetzliche Pflicht für jeden Selbstständigen in Deutschland.
Private RentenversicherungErgänzende monatliche Privatrente zur staatlichen Basisabsicherung.Sehr empfehlenswert als flexibler Baustein der Vorsorge.
BerufsunfähigkeitsversicherungMonatliche Rente bei dauerhaftem Ausfall durch Krankheit oder Unfall.Sehr empfehlenswert zur Absicherung der eigenen Arbeitskraft.
BerufshaftpflichtversicherungDeckt echte Vermögensschäden (z.B. Programmierfehler, IT-Ausfälle).Oft vertragliche Pflicht bei IT-Projekten oder für Kammerberufe (Anwälte/Ärzte).
BetriebshaftpflichtversicherungDeckt Personen- und Sachschäden (z.B. Missgeschicke beim Kunden vor Ort). Empfehlenswert für jeden mit Kundenkontakt oder eigenem Büro.
VermögensschadenhaftpflichtSchutz bei finanziellen Einbußen Dritter durch Fehlberatung.Empfehlenswert für Berater, Buchhalter und IT-Consultants.
RechtsschutzversicherungÜbernimmt Anwalts- und Gerichtskosten bei Vertrags- oder Steuerstreit. Empfehlenswert zur Absicherung bei rechtlichen Konflikten.
UnfallversicherungAbdeckung bei Unfällen, die zu dauerhaften Schäden führen.Pflicht nur in best. Branchen wie Bau, Gesundheit, Friseure oder Landwirtschaft.
GeschäftsinhaltsversicherungErsatz von Hardware (Laptop, Server) bei Diebstahl, Feuer oder Wasser. Empfehlenswert bei teurer technischer Ausstattung oder eigenem Lager.
CyberversicherungSchutz möglicher Folgen bei Cyberangriffen und Datenverlust.Empfehlenswert bei digitalem Business und Umgang mit Kundendaten.
Diese Versicherungen solltest du als Selbständiger kennen

1. Krankenversicherung für Selbstständige

Im Gegensatz zu Arbeitnehmern, die oft von ihrem Arbeitgeber abgesichert werden, sind Freelancer für ihre Krankenversicherung selbst verantwortlich.

Private vs. Gesetzliche Krankenversicherung: Wie sich Selbstständige richtig versichern

Selbstständige haben die Möglichkeit, sich in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu versichern. Wer hauptberuflich selbstständig wird, kann sich in der Regel freiwillig in der GKV weiterversichern, sofern zuvor eine gesetzliche Versicherung bestand. Die GKV bietet einen festen Leistungskatalog und ist für viele Freelancer eine solide Basisabsicherung.

Achte auf die 3-Monats-Frist
Wenn du aus einem Angestelltenverhältnis startest, musst du innerhalb von drei Monaten nach dem Start der Selbstständigkeit den Antrag auf freiwillige Weiterversicherung in der GKV stellen. Verpasst du diese Frist, kann die Krankenkasse die Aufnahme ablehnen.

Alternativ können sich Selbständige für eine private Krankenversicherung (PKV) entscheiden. Die PKV bietet in der Regel eine größere Flexibilität bei der Wahl von Tarifen und Leistungen. Allerdings können die Kosten hier, je nach Eintrittsalter und Gesundheitszustand, stark variieren.

Für viele Selbstständige kann die Krankenversicherung ein großer Kostenfaktor sein.

Tipps, um die Kosten deiner Krankenversicherung zu reduzieren:

  • Selbstbehalt: Eine Möglichkeit, die Kosten zu senken, ist die Wahl eines Tarifs mit einem Selbstbehalt. Der Selbstbehalt ist ein Betrag, den der Versicherte im Versicherungsfall selbst tragen muss, bevor die Versicherung Leistungen erbringt.
  • Tarifvergleich: Es lohnt sich, verschiedene Tarife und Anbieter zu vergleichen, um das beste Angebot zu finden. Hier bieten sich Vergleichsportale an oder ein Gang zu einem unabhängigen Finanzberater.
  • Gruppenversicherung: Einige Verbände und Berufsgruppen bieten Gruppenversicherungen an, die für Freelancer günstiger sein können als individuelle Versicherungen.
  • Steuerliche Absetzbarkeit: Die Beiträge zur Krankenversicherung können steuerlich abgesetzt werden.

Gesetzliche oder private Krankenversicherung im Vergleich 

Gesetzliche oder private Krankenversicherung im Vergleich1

Privat oder gesetzlich? Die Statistik zeigt, dass sich viele Freelancer für die freiwillige GKV entscheiden, da die Beiträge dort im Alter oft stabiler bleiben. Tatsächlich ist die PKV jedoch für junge, gesunde Gutverdiener (wie IT-Freelancer) oft günstiger als die GKV, da die GKV-Beiträge einkommensabhängig sind. Wer viel verdient, zahlt 2026 den Höchstsatz von ca. 1.000 €. Die PKV wird hingegen meist erst im Alter oder bei der Mitversicherung einer Familie teurer.

Durch vielseitige Zusatzversicherungen kannst du die Leistungen der GKV zudem modular auf PKV-Niveau anheben. 

Prüfe dein Krankentagegeld
Standardmäßig leisten Kassen oft erst ab der 7. Woche – für Freelancer ohne Puffer kann ein früherer Leistungsbeginn überlebenswichtig sein.

Sonderfall: Selbstständige in der Künstlersozialkasse

Die Künstlersozialkasse (KSK) ist ermöglicht Künstlern und Publizisten den Zugang zur gesetzlichen Sozialversicherung. Das Besondere: Die KSK übernimmt etwa die Hälfte deiner Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung – ähnlich wie ein Arbeitgeberanteil.

Auch Freiberufler im IT-Bereich können sich unter bestimmten Voraussetzungen über die KSK versichern, sofern ihre Tätigkeit eine eigenschöpferische, publizistische oder lehrende Komponente hat (z.B. Web Designer, Software-Architekten mit gestalterischem Fokus oder Fachautoren). Ein anerkannter Weg ist oft die Einordnung als „EDV-Berater“ oder Dozent. Zur Einordnung gibt es hier weitere Informationen.

Achtung vor der 6 Wochen-Lücke
Wie bei der regulären GKV hast du auch über die KSK erst nach sechs Wochen Krankheit Anspruch auf Krankengeld. Um diese Zeit zu überbrücken, solltest du bei deiner Krankenkasse einen Wahltarif für „Krankengeld ab dem 15. oder 22. Tag“ abschließen oder eine private Zusatzversicherung wählen.

Ein wichtiger Hinweis zur Altersvorsorge: Neben der Absicherung gegen Krankheit und Haftung ist die Altersvorsorge die zweite große Säule für deine finanzielle Freiheit als Freelancer. Da dieses Thema jedoch eigene steuerliche Regeln und Strategien (wie Rürup oder ETFs) umfasst, werden wir dies in einem separaten Experten-Guide vertiefen.

2. Rentenversicherung für Selbstständige

In der Regel besteht keine Rentenversicherungspflicht für Freiberufler und Gewerbetreibende. Du bist also selbst dafür verantwortlich, für dein Alter vorzusorgen. Es gibt jedoch gesetzlich definierte Ausnahmen, bei denen die Rentenversicherung zur Pflicht wird.

Wer ist pflichtversichert? Die gesetzliche Versicherung für Freiberufler 

Bestimme Berufsgruppen für die die Rentenversicherung als Selbstständige Pflicht ist (§ 2 SGB VI):

  • Handwerksberufe
  • Hebammen und Entbindungspfleger
  • Künstler sowie Publizisten
  • Selbstständige in Bildungs- und pädagogischen Berufen
  • Pflegeberufe
  • Seelotsen und Küstenschiffer
Hinweis zur „Pflicht auf Antrag“
Auch wenn du nicht zu den oben genannten Gruppen gehörst, kannst du innerhalb der ersten fünf Jahre deiner Selbstständigkeit die Versicherungspflicht auf Antrag wählen (§ 4 Abs. 2 SGB VI). Dies sichert dir volle Erwerbsminderungsansprüche.

Wenn du dich als Freelancer im IT-Bereich in der KSK versicherst, bist du auch in puncto Rente pflichtversichert. Ein Teil der Abgabe wird in die Rentenkasse eingezahlt. Das ist sehr sinnvoll, wenn bislang kein nennenswertes Vermögen aufgebaut werden konnte und die Einzahlungen in die Rentenkasse sehr gering waren.

Achtung Scheinselbstständigkeit: Dein Risiko als Solo-Freelancer

Gerade im IT-Umfeld ist die Grenze oft schmal. Wenn du als Freelancer dauerhaft nur für einen einzigen Auftraggeber arbeitest und keine eigenen Angestellten beschäftigst, schlägt bei der Rentenversicherung (DRV) das Radar aus. In diesem Fall besteht die Gefahr, dass du als „arbeitnehmerähnliche Person“ eingestuft wirst.

Die Folge: Du wirst kraft Gesetzes rentenversicherungspflichtig – und das kann rückwirkend sehr teuer werden. Da dieses Thema für deine Existenzsicherung so kritisch ist, haben wir einen eigenen Guide erstellt, wie du rechtssicher agierst und erfolgreich Scheinselbstständigkeit vermeiden kannst.

Merke
Das Risiko der Scheinselbstständigkeit ist kein „nice-to-know“, sondern eine Compliance-Frage. Werden IT-Projekte über einen langen Zeitraum unter weisungsgebundenen Bedingungen durchgeführt, prüft die DRV besonders kritisch.

So schaffst du Rechtssicherheit: Um böse Überraschungen bei der nächsten Betriebsprüfung zu vermeiden, solltest du proaktiv handeln:

  • Statusfeststellungsverfahren nutzen: Über die Clearingstelle der DRV kannst du deinen Status verbindlich prüfen lassen.
  • Vertragsgestaltung prüfen: Achte darauf, dass deine Verträge deine unternehmerische Freiheit (Eigener Auftritt, keine Weisungsgebundenheit) klar widerspiegeln.
  • Portfolio erweitern: Langfristig schützt dich ein diverser Kundenstamm am besten vor der Einstufung als arbeitnehmerähnlich

3. Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist eine wichtige Absicherung für Arbeitnehmer und Selbstständige, da bei dauerhafter Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Krankheit oder Unfall eine monatliche Rente ausgezahlt wird. Eine gesetzliche BU gibt es in Deutschland seit 2001 nicht mehr. Daher müssen sowohl Selbstständige als auch Arbeitnehmer auf eine private BU zurückgreifen.

Bitte beachte: Eine Erwerbsunfähigkeit bedeutet, dass man aufgrund einer Erkrankung oder eines Unfalls überhaupt nicht mehr in der Lage ist, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Es handelt sich dabei um einen weitreichenderen Zustand als die Berufsunfähigkeit. Es ist wichtig, sich frühzeitig um diese Versicherung zu kümmern, da der Abschluss im fortgeschrittenen Alter oder bei bereits bestehenden Krankheiten schwierig oder teurer werden kann. Am besten besprichst du mit einem Finanzberater, was sich am besten für dich eignet.

Experten Tipp
Achte beim Vertrag auf den Verzicht der abstrakten Verweisung. Das verhindert, dass die Versicherung dich im Schadensfall auf einen anderen, theoretisch möglichen Beruf verweist.

Gesetzlicher Unfallschutz: Kläre zusätzlich eine mögliche Zugehörigkeit zur Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG). Diese ist zuständig für die Prävention, Rehabilitation und Entschädigung bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. Die Mitgliedschaft ist für verschiedene Branchen und die freien Berufe unter bestimmten Bedingungen gesetzlich vorgeschrieben.

4. Betriebshaftpflichtversicherung

Eine Betriebshaftpflichtversicherung schützt Freiberufler und Gewerbetreibende vor den finanziellen Folgen von Schäden, die möglicherweise durch ihre Tätigkeit entstehen. Sie ist somit eine wichtige Absicherung für Unternehmen, da sie bei Schadensersatzansprüchen Dritter vor hohen Kosten schützt.

Was eine Betriebshaftpflichtversicherung abdeckt

Generell umfasst eine Betriebshaftpflichtversicherung Schäden, die durch deine oder die Arbeiten deiner Mitarbeitenden verursacht werden. Hierzu zählen unter anderem Personenschäden, Sachschäden und Vermögensschäden. Auch wenn das Unternehmen des Selbstständigen einen Schaden erlitten hat, der auf seine Tätigkeit, bzw. der seiner Mitarbeitenden zurückzuführen ist, kann die Betriebshaftpflichtversicherung greifen.

ollte ein Schaden einen sehr hohen finanziellen Aufwand nach sich ziehen, kann dies ohne Versicherung für Selbständige zum Ausfall des Unternehmens führen. Eine Betriebshaftpflichtversicherung kann somit dazu beitragen, die Existenz des Unternehmens zu sichern.

Betriebshaftpflicht vs. Berufshaftpflicht: Wo liegt der Unterschied?

Sowohl die Betriebshaftpflicht– als auch die Berufshaftpflichtversicherung sind Versicherungen, die Schäden abdecken, die durch das Unternehmen oder den Selbstständigen verursacht werden können. Jedoch gibt es zwischen den beiden Versicherungen einige wichtige Unterschiede: 

  • Die Betriebshaftpflichtversicherung ist für alle Unternehmen wichtig, die beispielsweise mit Maschinen oder Fahrzeugen arbeiten, die Schäden verursachen könnten. Sie deckt z.B. Personenschäden (ein Kunde verletzt sich in deinem Büro), Sachschäden (durch eine Maschine entsteht ein Schaden auf dem Betriebsgelände des Kunden) oder Vermögensschäden ab.
  • Die Berufshaftpflichtversicherunghingegen bietet Schutz für Freelancer, die aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit Schäden verursachen können. Diese Schäden können beispielsweise durch eine fehlerhafte Beratung oder eine fehlerhafte Dienstleistung, wie Programmierfehler, entstehen. Sie schützt vor Schadensersatzansprüchen, und, je nach Versicherungsumfang, vor unberechtigten Ansprüchen. Sie gilt mitunter sogar für einen gewissen Zeitraum rückwirkend.

Der Hauptunterschied zwischen beiden Versicherungen liegt also darin, dass die Betriebshaftpflichtversicherung Schäden abdeckt, die Dritten im Rahmen der Geschäftstätigkeit des Unternehmens entstehen können, während die Berufshaftpflichtversicherung Schäden abdeckt, die aufgrund einer fehlerhaften Beratung oder Dienstleistung entstehen können. Das zeigt sich auch in der Versicherungssumme.

MerkmalBetriebshaftpflichtversicherungBerufshaftpflichtversicherung
Primärer SchutzDeckt allgemeine Risiken der Geschäftstätigkeit ab.Deckt spezifische Risiken aus der beruflichen Tätigkeit/ Dienstleistung ab.
Fokus der SchädenPersonen- und Sachschäden sowie daraus resultierende Vermögensfolgeschäden. Echte Vermögensschäden (Finanzielle Einbußen des Kunden ohne vorherigen Sachschaden).
Typisches BeispielEin Kunde stolpert in deinem Büro über ein Kabel oder du beschädigst Inventar beim Kunden vor Ort.Ein Programmierfehler führt zu einem IT-Ausfall, eine fehlerhafte Beratung verursacht finanzielle Verluste.
ZielgruppeUnternehmen mit Publikumsverkehr, Werkstätten, Maschinen- oder Fahrzeugeinsatz.Freelancer, IT-Experten, Berater, Architekten, Ärzte oder Anwälte.
VersicherungssummeOft standardisiert (z. B. 3–5 Mio. € für Personenschäden).In der Regel höher, da Planungs- oder Beratungsfehler existenzbedrohende Summen erreichen können.
BesonderheitSchützt die Infrastruktur und den laufenden Betrieb.Beinhaltet oft einen passiven Rechtsschutz und gilt teils rückwirkend.
Unterschiede der Betriebs- und Berufshaftpflicht
Unser Tipp
Für IT-Freelancer empfiehlt sich eine kombinierte IT-Haftpflicht. Sie bündelt Betriebs- und Berufshaftpflicht in einer Police und deckt spezifische Risiken wie Programmierfehler, Datenverlust oder Urheberrechtsverletzungen ab. Achte beim Abschluss unbedingt auf eine ausreichende Deckungssumme und weltweiten Schutz (inkl. USA/Kanada).

In der digitalen Welt ist deine Expertise dein größtes Kapital. Eine passgenaue Absicherung schützt nicht nur dein Vermögen, sondern sorgt dafür, dass ein einziger Fehler – ob menschlich oder technisch – nicht das Ende deiner Vision bedeutet.

5. Vermögensschadenhaftpflichtversicherung

Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung für Selbstständige ist relevant, da sie zumeist mit einem hohen Risiko für finanzielle Schäden durch Fehler oder Fehleinschätzungen konfrontiert sind.

Wofür eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung für Selbstständige wichtig ist

Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung schützt den Versicherten vor finanziellen Schäden, die aus einer fehlerhaften Beratung oder Dienstleistung resultieren oder der Verletzung von Verträgen, Urheberrechten, Persönlichkeitsrechten oder Markenrechten entstanden sind. Darüber hinaus deckt diese Versicherung auch Schäden ab, die durch eine falsche Beratung, fehlerhafte Planung oder mangelhafte Leistungserbringung entstehen können.

Unterschiede zwischen Vermögensschaden- und Berufshaftpflichtversicherung

Die Vermögensschadenhaftpflicht unterscheidet sich von der Berufshaftpflicht dadurch, dass sie nicht für Sach- oder Personenschäden aufkommt. Sie kommt ausschließlich für finanzielle Schäden, die aus einer fehlerhaften Beratung oder Dienstleistung entstehen, auf. Die Vermögenschadenhaftpflichtversicherung ist eine sinnvolle Ergänzung zur Berufshaftpflichtversicherung. und damit eine wichtige Versicherung für Selbständige.

Zusammenfassend: Die Berufshaftpflicht sichert dich breit gegen Missgeschicke im Berufsalltag ab, während die Vermögensschadenhaftpflicht das spezifische Risiko deiner fachlichen Expertise (z.B. IT-Architektur oder Consulting) isoliert. Je nach individuellem Risikoprofil ist die Kombination beider Elemente für Selbstständige oft die sicherste Wahl.

6. Rechtsschutzversicherung für Selbständige

Eine Rechtsschutzversicherung für Selbständige kann eine sinnvolle Absicherung sein, da diese im beruflichen Alltag oft mit rechtlichen Auseinandersetzungen konfrontiert sind. Sie schützt dich beispielsweise bei:

  • Streitigkeiten mit Kunden oder Lieferanten, 
  • Konflikte mit Mitarbeitenden 
  • oder hilft bei behördlichen Auflagen und rechtlichen Problemen. 

Eine Rechtsschutzversicherung für Freelancer kann in solchen Fällen die Kosten für die rechtliche Vertretung übernehmen und den Versicherten vor den finanziellen Folgen schützen. Hierbei gibt es verschiedene Arten von Rechtsschutzversicherungen, die je nach individuellem Bedarf und beruflichem Risikoprofil ausgewählt werden können.

Bei der Auswahl einer Rechtsschutzversicherung ist es wichtig, auf eine ausreichend hohe Versicherungssumme und eine umfassende Deckung zu achten. Zudem sollten eventuelle Ausschlüsse oder Selbstbeteiligungen im Versicherungsvertrag berücksichtigt werden. Eine Rechtsschutzversicherung kann eine wertvolle Absicherung sein, um im Falle von rechtlichen Auseinandersetzungen im beruflichen Umfeld finanziell abgesichert zu sein.

Unterschiede zwischen privater und beruflicher Rechtsschutzversicherung

Die private und berufliche Rechtsschutzversicherung unterscheiden sich hauptsächlich in ihrem Geltungsbereich und dem Umfang der Leistungen.

Die private Rechtsschutzversicherung umfasst in der Regel Streitigkeiten, die im privaten Bereich auftreten, wie beispielsweise Streitigkeiten mit Nachbarn oder Vermietern, Verkehrsrecht oder bei Kauf- und Verkaufsverträgen. Die Leistungen der privaten Rechtsschutzversicherung sind somit auf den privaten Bereich beschränkt.

Im Gegensatz dazu deckt die berufliche Rechtsschutzversicherung ausschließlich rechtliche Streitigkeiten ab, die im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit stehen. Dabei kann es sich um Auseinandersetzungen mit Kunden, Geschäftspartnern, Arbeitnehmern oder Behörden handeln, beispielsweise bei Vertragsstreitigkeiten, Steuerrecht, Arbeitsrecht oder im Bereich des gewerblichen Rechtsschutzes.

Ein weiterer Unterschied ist der Umfang der Leistungen. Die berufliche Rechtsschutzversicherung bietet in der Regel umfassendere Leistungen als die private Rechtsschutzversicherung. Dazu gehören beispielsweise die Übernahme von Gerichts- und Anwaltskosten sowie die Kosten für Gutachter und Zeugen.

Weitere hilfreiche Versicherungen für Selbstständige & Gewerbetreibende

Als Selbstständiger ist man oft auf sich allein gestellt und trägt das volle unternehmerische Risiko. Als Selbständiger können je nach Bereich auch Versicherung relevant werden, an die man nicht gleich denkt, wie zum Beispiel eine Transportversicherung, die Waren und Güter während des Transports vor Verlust, Beschädigung oder Diebstahl schützt.

Cyberversicherung

Als Freelancer im IT-Bereich ist die Cyberversicherung eine der empfehlenswerten Versicherungen für Selbständige. Diese kann beispielsweise folgende Risiken abdecken:

  • Datenverlust oder Datenbeschädigung: Wenn Daten durch Cyberangriffe, technische Störungen oder menschliches Versagen verloren gehen oder beschädigt werden, kann eine Cyberversicherung die Kosten für Wiederherstellung, Reparatur oder Ersatz übernehmen.
  • Haftung für Datenschutzverletzungen: Wenn ein Freelancer personenbezogene Daten von Kunden oder Geschäftspartnern verarbeitet und dabei gegen Datenschutzgesetze verstößt, kann er für die dadurch entstandenen Schäden haftbar gemacht werden. Eine Cyberversicherung kann in diesem Fall die Kosten für Schadensersatzforderungen und Anwaltskosten übernehmen.
  • Cyber-Erpressung und Hackerangriffe: Wenn ein Freelancer Opfer von Erpressung durch Ransomware oder einem Hackerangriff wird, kann eine Cyberversicherung die Kosten für die Behebung des Schadens oder für die Lösegeldzahlung übernehmen.
  • Betriebsunterbrechungen: Wenn ein Freelancer durch einen Cyberangriff oder technische Störungen vorübergehend nicht arbeiten kann, kann eine Cyberversicherung die Kosten für den entgangenen Gewinn oder für eine vorübergehende Betriebsunterbrechung übernehmen.

Der Schutzumfang und die Kosten variieren je nach Versicherer und Tarif. Es ist wichtig, sich bei der Wahl einer Cyberversicherung von einem Versicherungsexperten beraten zu lassen, der die individuellen Risiken und Bedürfnisse bewertet.

Unser Rat für IT-Freelancer
In Zeiten der Digitalisierung im Mittelstand steigen die Risiken durch Hackerangriffe. Eine Cyberversicherung deckt Kosten für Datenwiederherstellung und Betriebsunterbrechungen ab. Dies ist besonders relevant, da neue Gesetze wie der EU KI Act die Haftungsrisiken für Software-Entwickler weiter verschärfen können.

Private Unfallversicherung

Wenn du viel unterwegs bist, kann eine Unfallversicherung dabei helfen, die finanziellen Folgen eines Unfalls abzufedern. Im Gegensatz zur gesetzlichen Unfallversicherung (VBG), die nur bei Unfällen während der Arbeit oder auf dem Weg zur Arbeit greift, bietet eine private Unfallversicherung einen 24/7-Schutz, also auch in der Freizeit. Hier werden Kosten für medizinische Behandlungen, Rehabilitation oder eine notwendige Umschulung übernommen. Auch eine Invaliditäts- oder Hinterbliebenenrente kann vereinbart werden, um eine langfristige Absicherung zu gewährleisten.

Da Selbstständige im Falle eines Unfalls oft schnell in finanzielle Notlage geraten können und keine gesetzliche Absicherung durch die gesetzliche Unfallversicherung genießen, ist die private Unfallversicherung eine sinnvolle Ergänzung zur sonstigen Absicherung des Selbstständigen. Dabei sollten jedoch die individuellen Risiken und Bedürfnisse berücksichtigt, und die Versicherungssumme sowie der Leistungsumfang entsprechend gewählt werden.

Geschäftsinhaltsversicherung

Eine Geschäftsinhaltsversicherung ist das Äquivalent einer Hausratsversicherung. Sie schützt das Equipment eines Geschäfts, Büros oder einer Praxis gegen Schäden durch unterschiedliche Risiken absichert. Dazu gehören beispielsweise Feuer-, Einbruch-, Sturm- oder Wasserschäden sowie Schäden durch Vandalismus.

Die Geschäftsinhaltsversicherung deckt dabei nicht nur die Kosten für beschädigte oder gestohlene Gegenstände, sondern auch Kosten für Reparaturen oder Wiederbeschaffung der beschädigten oder gestohlenen Gegenstände. Außerdem kann die Versicherung auch die Kosten für eine vorübergehende Unterbringung des Geschäftsinhalts übernehmen, falls das Geschäftsgebäude nicht mehr genutzt werden kann.

Kosten: Was kosten Versicherungen für Selbständige?

Die Kosten für Versicherungen für Freiberufler und Gewerbetreibende können je nach Art der Versicherung und individueller Situation des Selbständigen stark variieren. Es gibt jedoch einige grobe Richtwerte, die man im Hinterkopf behalten kann:

  • Krankenversicherung: Kosten variieren je nach Anbieter (GKV oder PKV) und Alter. Der GKV-Mindestbeitrag liegt 2026 bei ca. 275 €, der Höchstsatz bei ca. 1.220 €. Privatversicherte zahlen im Schnitt etwa 620 €.
  • Altersvorsorge: Flexible Kosten (Rürup, ETFs, Immobilien). Wichtig: Je früher der Start, desto geringer die monatliche Belastung durch den Zinseszinseffekt.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): Beiträge hängen stark von Berufsklasse und Alter ab. Realistische Spanne für Büroberufe/ Engineering: 80 € bis 180 € monatlich.
  • Berufshaftpflicht: Unverzichtbar für IT, Finance und Consulting. Kosten je nach Risiko und Deckungssumme zwischen 200 € und 600 € pro Jahr.
  • Betriebshaftpflicht: Sichert Sach- und Personenschäden ab. Basisschutz für kleine Setups bereits ab ca. 120 € pro Jahr erhältlich.
  • Vermögensschadenhaftpflicht: Das Herzstück für beratende Berufe. Schützt vor finanziellen Folgeschäden, Kosten ca. 360 € bis 1.200 € pro Jahr.
  • Rechtsschutz: Sichert Honorarforderungen und Vertragsstreitigkeiten ab. Basis-Gewerberechtsschutz ab ca. 360 € pro Jahr.
Art der VersicherungKosten pro MonatSonderfall KSK*
Krankenversicherung + Pflegeversicherung500,00 €ab ca. 100,00 €
Altersvorsorgeab 100,00 €0
Private Rentenversicherungab 200,00 €ab ca. 31,00 € (Mindestbeitrag)
Berufsunfähigkeitsversicherung80,00 €0
Betriebshaftpflichtversicherungab 10,00 €0
Vermögensschadenhaftpflichtversicherungab 30,00 €0
Rechtsschutzversicherungab 30,00 €0
Unfallversicherungab 10,00 €0
Geschäftsinhaltsversicherungab 10,00 €0
Cyberversicherungab 15,00 €0
Monatliche Kosten der wichtigsten Versicherungen für Selbständige

*Die genannten Kosten stellen grobe Richtwerte für einen IT-Consultant (ca. 35 Jahre alt, gesund, keine Familie) dar. Die KSK-Beiträge basieren auf dem gesetzlichen Mindesteinkommen für Künstler und Publizisten (3.900 € p.a.), bei höherem Gewinn steigen diese Beiträge prozentual an.

Unser Tipp für IT-Freelancer
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Wenn du planst, hauptberuflich Freelancer zu werden, solltest du diese Fixkosten von Beginn an in deinem Stundensatz einkalkulieren. Etwas anders verhält es sich bei eine freiberuflichen Nebentätigkeit bei Festanstellung: Hier bist du oft bereits über deinen Hauptjob krankenversichert, solltest aber prüfen, ab welcher Umsatzgrenze zusätzliche Beiträge anfallen und ob deine berufliche Haftung bereits privat abgedeckt ist (was meist nicht der Fall ist).

Fazit: Mit diesen Versicherungen als Selbständiger bist du gut abgesichert

Als Selbständiger genießt du viele Freiheiten, trägst aber auch die Verantwortung für deine Absicherung. Ohne ausreichenden Versicherungsschutz können im Schadensfall erhebliche Probleme entstehen. Eine Krankenversicherung (gesetzlich oder privat) und eine frühzeitige Altersvorsorge sind für dich als Freelancer unerlässlich. Zudem bieten dir weitere Verischerungen für Selbständige wie die Berufsunfähigkeits-, Betriebs- und die Vermögensschadenhaftpflichtversicherungen wichtigen Schutz vor finanziellen Risiken. Insgesamt ist es für dich als Freelancer entscheidend, dich umfassend abzusichern, um finanzielle Risiken zu minimieren und langfristig erfolgreich zu sein.

FAQ: Versicherungen für Selbständige

Freelancer im IT-Bereich haben in Deutschland keine gesetzliche Pflichtversicherung. Das bedeutet, dass sie selbst für ihre soziale Absicherung sorgen müssen. Insgesamt müssen Freiberufler also selbst dafür sorgen, dass sie in ausreichendem Maße abgesichert sind und vorsorgen, um im Falle von Krankheit, Berufsunfähigkeit oder im Alter finanziell abgesichert zu sein.Eine Ausnahme bilden Handwerksberufe, Hebammen und Entbindungspflegerinnen, Künstler sowie Publizistinnen und Publizisten, Selbstständige in Bildungs- und pädagogischen Berufen, Pflegeberufe und Seelotsen und Küstenschiffer.

Die Kosten für Versicherungen für Freiberufler und Gewerbetreibende können je nach Art der Versicherung und individueller Situation des Selbständigen stark variieren. Es gibt jedoch einige grobe Richtwerte, die man im Hinterkopf behalten kann:
  • Krankenversicherung: Zwischen 250 € und 1.100 € pro Monat.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Etwa 80 € bis 180 € pro Monat.
  • Berufshaftpflichtversicherung: Zwischen 40 € und 120 € pro Monat.
  • Betriebshaftpflichtversicherung: Ab etwa 10 € bis 35 € pro Monat.
  • Vermögensschadenhaftpflichtversicherung: Ab etwa 35 € pro Monat.

In Deutschland ist die Kranken- und Pflegeversicherung die einzige allgemeine gesetzliche Pflichtversicherung für alle Selbstständigen. Darüber hinaus gibt es berufsspezifische Pflichten:
  • Rentenversicherungspflicht: Gilt nur für bestimmte Gruppen (z. B. Lehrer, Hebammen, Künstler via KSK) sowie für „arbeitnehmerähnliche Selbstständige“.
  • Berufshaftpflicht: Gesetzlich vorgeschrieben für Kammerberufe (Ärzte, Anwälte, Architekten).
  • Gesetzliche Unfallversicherung: Nur in risikoreichen Branchen (z. B. Bauwesen) verpflichtend.

Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung können als Sonderausgaben voll steuerlich abgesetzt werden. Ebenso ist die Altersvorsorge (z.B. Einzahlungen in die Rentenkasse oder Rürup-Rente) steuerlich begünstigt. Versicherungen, die betriebliche Risiken abdecken, wie die Berufshaftpflicht-, Betriebshaftpflicht- oder Cyberversicherung, sind als Betriebsausgaben voll abzugsfähig. Auch die Berufsunfähigkeitsversicherung kann i.d.R. steuerlich geltend gemacht werden.

Es gibt eine ganze Liste an Versicherungen für Selbständige. Die Krankenversicherung sowie eine Unfallversicherung sind gesetzlich vorgeschrieben. Weitere Versicherungen, die bei Selbständigkeit wirklich empfehlenswert sind, sind die Altersvorsorge, die private Rentenversicherung, die Berufsunfähigkeitsversicherung sowie die Berufshaftpflichtversicherung. Insbesondere Letzteres macht als Freelancer besonders Sinn.
  1. Statista ↩︎

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THE AUTHOR

Sabine Hensel

Als Marketing- und Vertriebsexpertin akquiriert, konzipiert und realisiert Sabine bereits seit über 30 Jahren große und kleine Projekte. Mit ihrem eigenen Unternehmen erfüllte sie sich den Traum, selbstständig zu arbeiten. Sabine sieht sich als Sparrings-Partnerin für Unternehmer:innen – ob es um einen Text geht oder auch einen Komplett-Relaunch.

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